Karl Heine

Dr. jur. Ernst-Karl Erdmann Heine wurde am 10. Januar 1819 in Leipzig geboren. Er war Schüler der Thomas-Schule zu Leipzig. Nach seinem Jurastudium an der Leipziger Universität erlangte Karl Heine seinen Doktortitel, indem er sich intensiv mit dem Gedanken der wirtschaftlichen Nutzung der sächsischen Wasserwege in Sachsen auseinandersetzte. Zielgerichtet verfolgte Heine den Plan, die Weiße Elster mit der Saale zu verbinden, um seine Heimatstadt Leipzig mit der Hansestadt Hamburg durch eine Schifffahrtsstraße zu verbinden. Nach erfolgreicher Promotion ließ er sich in Leipzig als Rechtsanwalt nieder und wirkte seit 1870 als Abgeordneter der DFP (Deutsche Fortschrittspartei) im Leipziger Stadtrat und im Sächsischen Landtag.

Durch Erbschaft vermögend geworden, erwarb Karl Heine mehrere unbebaute Landflächen in Plagwitz und Schleußig. Nach der Trockenlegung dieser Flächen begann Heine mit der Planung der späteren Westvorstadt und der Umsetzung des Kanal-Projektes, indem er ab 1856 das erste Teilstück des heutigen Karl-Heine-Kanals errichten ließ. Um dieses sehr kostenintensive Projekt realisieren zu können, gründete er 1858 eine Ökonomie. Bereits 1864 konnte der Bauabschnitt bis zur Elisabeth-Brücke abgeschlossen werden. Vom Erfolg seines Vorhabens überzeugt, trieb Heine die Arbeiten voran. Trotz finanzieller Probleme und persönlicher Rückschläge erlebte Heine auch die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts. Noch kurz vor seinem Tod 1888 gründete Heine die Leipziger Westend-Baugesellschaft AG, die er in seine Ökonomie einbrachte und mit deren Gründung er nach seinem Tod die Realisierung seiner Visionen sichern wollte.

Am 25. August 1888 starb Karl Heine im Alter von 69 Jahren in Leipzig. 1897 ehrte ihn die Stadt Leipzig mit einem Denkmal. Seit 2003 trägt unser berufliches Schulzentrum den Namen „Karl-Heine-Schule“.